Südwestpresse: Im Ausbildungszentrum für Einsatzkräfte

Zerstörte Gebäude, ausgebrannte Autos, ein umgestürzter Bus mit geborstenen Scheiben, Berge aus Schutt, Beton und Eisen: Im diffusen Licht des Wintermorgens offenbart sich auf dem Areal der ehemaligen Neckartalkaserne in Mosbach im Neckar-Odenwald- Kreis eine Szenerie wie aus einem Katastrophenfilm. Brandgeruch in der Luft, in der Ferne flackernder Schein von Blaulicht durch den Nebel: Was geeignet ist, vielen Menschen einen Schauer über den Rücken zu jagen, zaubert Carmen Sharma ein breites Grinsen ins Gesicht: „Das ist ein Traum“, schwärmt sie.­…

https://www.swp.de/suedwesten/im-ausbildungszentrum-fuer-einsatzkraefte-28624816.html

Polizei Baden-Württemberg gründet Einsatztrainings-Zentrum im TCRH Mosbach

Polizei Baden-Württemberg gründet Einsatztrainings-Zentrum im TCRH Mosbach

Training spezieller Einsatzlagen im TCRH Mosbach

Das Training Center Retten und Helfen (TCRH) des Bundesverband Rettungshunde e.V. (BRH) in Mosbach wird aktuell temporär durch verschiedene Organisationseinheiten der Landespolizei für Trainings spezieller Einsatzlagen genutzt, da das ehemalige Kasernengelände, nach den umfangreichen baulichen Anpassungen an die Bedürfnisse der Rettungshundeführer, auch für die Durchführung polizeilicher Trainings hervorragende Rahmenbedingungen aufweist.

Nach den positiven Erfahrungen, die sich aus der Kooperation mit dem BRH und der Nutzung der erweiterten Trainingsmöglichkeiten des TCRH ergaben, lag der Entschluss nahe, diese Zusammenarbeit in Zukunft zu intensivieren und weitere Trainingsbereiche zu schaffen, die außerhalb der polizeilichen Nutzungszeiten auch von den Rettungshundeführern des BRH und von anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) genutzt werden können.

Landespolizei nutzt Trainingsstätten

Das für die Polizei Baden-Württemberg (Polizei BW) zuständige Landespolizeipräsidium beabsichtigt auf dem Gelände des TCRH das Trainingszentrum der Polizei Baden-Württemberg einzurichten, das, ergänzend zu den bestehenden Einsatztrainingszentren der regionalen Polizeipräsidien und des Polizeipräsidium Einsatz, neue Möglichkeiten für die zur Aus- und Fortbildung und das Einsatztraining der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten der Polizei BW eröffnet. In den Einrichtungen des Trainingszentrum der Polizei BW sollen künftig spezifische Szenarien trainiert werden, für die der Polizei BW derzeit keine anderen geeigneten Trainingsstätten  zur Verfügung stehen.

Gewappnet für lebensbedrohliche Einsatzlagen

Durch die auf dem Gelände bereits vorhandenen Unterbringungs- und Versorgungsinfrastrukturen besteht zudem die Möglichkeit auch mehrtätige Lehrgänge durchzuführen. Dies ermöglicht einen effektiveren Trainingsablauf. Der Schwerpunkt im Trainingszentrum der Polizei BW wird die Fortbildung von Erstkräften zur Bewältigung von sogenannten lebensbedrohlichen Einsatzlagen sein. Waren für operative Erstkräfte der Polizei AMOK-Lagen lange Zeit die größte Herausforderung, sind zwischenzeitlich unterschiedliche Ausprägungen des Terroranschlags als weitere komplexe Einsatzlagen hinzugekommen. Insbesondere die Terroranschläge der Jahre 2015 und 2016 haben an die europäischen Sicherheitsbehörden neue Anforderungen gestellt.

Die Polizei BW bereitet ihre Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten mit der Konzeption „Lebensbedrohliche Einsatzlagen“ auf derart gelagerte Ereignisse vor. Für die zielgerichtete Vorbereitung von Erstkräften auf die Herausforderungen dieser höchst gefährlichen Ereignisse sind professionelle Trainingsbedingungen ein wesentliches Element. Zur Simulation dieser Einsatzlagen sind daher möglichst realitätsnahe Rahmenbedingungen erforderlich. Das Gelände des TCRH bietet bereits jetzt sehr gute Voraussetzungen zur Durchführung solcher speziellen Trainings. Mit der Einrichtung des Trainingszentrums der Polizei BW und der damit einhergehenden Erweiterung der Trainingsflächen und -einrichtungen werden die Trainingsmöglichkeiten an die neuen Anforderungen angepasst. Die Polizei BW rechnet mit einem Trainingsbeginn in der zweiten Jahreshälfte 2019.

Hochschule der Polizei Baden-Württemberg

Nach Fertigstellung und Übergabe wird das neue Trainingszentrum organisatorisch an die Hochschule für Polizei Baden-Württemberg (HfPolBW) und dort im Institutsbereich Einsatztraining angebunden. Die HfPolBW ist innerhalb der Polizei BW für die Aus- und Fortbildung der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte zuständig und betreibt derzeit Ausbildungseinrichtungen in Biberach, Bruchsal, Lahr, Villingen-Schwenningen und Wertheim und erhält mit dem Trainingszentrum in Mosbach, neben dem Standort in Böblingen, einen zweiten Fortbildungsstandort – in diesem Fall speziell für Belange des Einsatztrainings. Auf dem Gelände der ehemaligen Neckartalkaserne werden künftig fünf Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sowie zwei Tarifangestellte ihren festen Arbeitsplatz finden.  

ATLAS Common Challenge 2018

ATLAS Common Challenge 2018

SEK Baden-Württemberg übt gemeinsam mit europäischen Spezialeinheiten die Bewältigung von Terrorlagen

„Nur gemeinsam und gut vorbereitet können wir dem Terrorismus in Europa erfolgreich die Stirn bieten. Ländergrenzen dürfen bei der Bekämpfung des Terrorismus kein Hindernis darstellen – deshalb üben Spezialeinheiten der Polizei die Zusammenarbeit. Das Zusammenwirken der Spezialeinheiten war sehr gut und ich bin sehr froh, dass unser Spezialeinsatzkommando Baden-Württemberg hierbei bundesweit – neben der GSG 9 des Bundes – eine führende Rolle einnimmt“, sagte der Stv. Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am heutigen Mittwoch, 10. Oktober 2018, in Stuttgart nach dem Abschluss der ATLAS Common Challenge 2018.

„Der ATLAS-Verbund hat am 9. und 10. Oktober 2018 in sieben Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeitgleich unterschiedliche Szenarien durchgespielt eines davon in Baden-Württemberg. Ziel dabei war, das Zusammenwirken von Spezialeinheiten aus Frankreich, Italien, Luxemburg und der Schweiz zu trainieren. Alle Übungsszenarien wurden über Europol in Den Haag koordiniert. Für das in Mosbach und in Teilen in Heilbronn stattfindende Szenario hatte das Spezialeinsatzkommando Baden-Württemberg die Leitung“, erklärte Staatssekretär Wilfried Klenk, der die Übung am 9. Oktober 2018 in Mosbach besuchte.

In den Übungssituationen standen das Vorgehen bei gleichzeitig stattfindenden Terroranschlägen und Geiselnahmen von größeren Menschengruppen im Fokus, das realitätsnah in Anlehnung an vergangene Anschlagszenarien in Europa simuliert wurde. Der überwiegende Teil der Übung fand in Mosbach auf dem Areal des „Training Center Retten und Helfen (TCRH)“ statt. Einige Einsatzkräfte wurden in der Nacht vom 9. auf 10. Oktober mit Polizeihubschraubern in Heilbronn auf der Theresienwiese abgesetzt, da ein Teil der Übung in einem abgesperrten Bereich nahe des Heilbronner Hauptbahnhofs stattfand. „Die Erfahrungen aus allen Szenarien werden in den nächsten Wochen ausgewertet und analysiert. Wir können daraus wichtige Erkenntnisse für die weitere Zusammenarbeit bei der Bewältigung solch komplexer Einsatzlagen gewinnen“, so Innenminister Strobl.

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