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ASP-Kadaver-Suche: Fragen und Antworten

Zusammenstellung der wichtigsten Fragen von Teilnehmern an der Kadaver-Suche. Sollte ein Thema nicht erfasst sein, bitte die entsprechende Frage an asp@tcrh.de senden.


ALLGEMEINE FRAGEN

Wo bekommt man laufende Informationen?

  • Auf asp.tcrh.de werden laufend Informationen veröffentlicht. Hie sind auch Ausschreibungs- / Anmeldeunterlagen, Stellenausschreibungen und Hinweise auf Infoveranstaltungen zu finden
  • Häufig gestellte Fragen und Antworten werden auf dieser Seite regelmäßig ergänzt.
  • Für zusätzliche Fragen zur ASP steht das TCRH unter asp@tcrh.de zur Verfügung, die Postanschrift und Telefonnummern sind unter Kontakt zu finden.
  • Weitere Informationen sind unter „Informationen“ und „Veröffentlichungen“ zu finden

Wo finden die Ausbildungen statt?

Die zentralen Ausbildungen finden in Mosbach (Baden-Württemberg) im TCRH Training Center Retten und Helfen statt. Weiterhin finden Online-Schulungen statt. Informationen zum TCRH sind unter „Ausbildung Weiterbildung Fortbildung Training“ zu finden.


Wo erfolgt die Unterbringung während der Ausbildungen?

Das TCRH bietet Übernachtungsmöglichkeiten in Zimmern sowie Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen. Informationen hierzu sind unter „Unterbringung“ zu finden.


Entstehen im Rahmen der Ausbildung für den Hundeführer Kosten?

Kosten wie Fahrtkilometer für die An- und Abreise, Unterkunft, Verpflegung und Ausbildungsmittel werden vom TCRH durch die Beauftragung vom Ministerium Ländlicher Raum, Ernährung und Verbraucherschutz übernommen.

Für die Abrechnung der Kilometerpauschalen wird vom TCRH den Teilnehmern ein Abrechnungsvordruck zur Verfügung gestellt. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich per Überweisung.


Können an anderen Stellen vorgesichtete oder geprüfte Teams ohne Absolvierung der Kurse / Trainings an einer Prüfung / Zertifizierung des TCRH teilnehmen?

Prüfungsurkunden / Zertifizierungen werden für Mensch und Hund erst nach Absolvierung aller Kurse, Trainings und Leistungskontrollen vergeben.


Ist man im Rahmen der Ausbildung und Einsätze versichert?

Grundsätzlich bestehen verschiedene Versicherungen. Das TCRH versichert unabhängig von bestehenden privaten und gesetzlichen Versicherungen Ausbildung und Einsätze. Zusätzlich besteht bei Einsätzen des TCRH eine Versicherung der Landesunfallkasse wenn die Beauftragung des Einsatzes an das TCRH durch eine tierseuchenbekämpfende Behörde erfolgt und das TCRH diese Einsatzkräfte in den Einsatz bringt. Es wird darauf hingewiesen, das im Schadensfall ggf. Versicherungsleistungen unterschiedlicher Versicherungen zum gleichen Versicherungsgebiet ggf. gegeneinander aufgerechnet werden müssen.


Wird eine Einsatzkraft vom Arbeitgeber für Ausbildung und / oder Einsätze freigestellt?

Hierüber entscheidet jeder Arbeitgeber auf Antrag des Arbeitnehmers selbst. Das TCRH wird eine Teilnahme an Ausbildungen und / oder Einsätzen bescheinigen. Ein Anspruch auf Ersatz des Arbeitslohnes besteht nicht.


Gibt es in regelmäßigen Abständen Info-Veranstaltungen für interessierte Hundeführer und sonstige Einsatzkräfte?

Ja. Auf diese wird öffentlich hingewiesen. Fragen / Antworten aus solchen Veranstaltungen werden hier wiedergegeben.


Welchen Impfschutz benötigen die Hunde für Ausbildung und / oder Einsätze?

Voraussetzung ist eine 5-fach-Schutzimpfung.


Wie lange läuft das Projekt?

Mehrere Jahre.



HUNDE-AUSBILDUNG

Wo gibt es Anmelde-Unterlagen für die Lehrgänge?

Unter https://asp.tcrh.de sind die Ausschreibungsunterlagen zum Download hinterlegt. Bitte ausfüllen und an asp@tcrh.de per Mail versenden oder die Postadresse unter Kontakt nutzen.


Wie ist der zeitliche Umfang der Ausbildung?

Die Ausbildung von Mensch und Hund wird entweder an mehreren Wochenenden oder in einem Block über eine gesamte Kalenderwoche durchgeführt. Hinzu kommen Online-Seminare (webinare, digitale Lernplattformen und Online-Besprechungen). Die Hundeführer erhalten auch Ausbildungsmittel als Leihe, um sich auf verschiedene Ausbildungsbestandteile weiter vorzubereiten.


Wird es vor den eigentlichen Ausbildungs-Terminen nur eine Sichtungs-Veranstaltung geben?

Es gibt in regelmäßigen Abständen Sichtungsveranstaltungen. Diese werden gesondert beworben.


Sind bestimmte Hunde-Rassen ausgeschlossen?

Nein.


Sind Jagdhunde / jagdlich geführte Hunde ausgeschlossen?

Nein.


Müssen die Hunde VDH-Papiere haben?

Nein.


Muss ein Hund eine jagdliche Ausbildung oder eine jagdliche Prüfung haben?

Nein.


Sind Hunden unabhängig von ihrer Rasse oder ihren Papieren als Kadaver-Suchhund geeignet?

Die behördlich angeordnete Bekämpfung einer Tierseuche unterscheidet sich in vielen Punkten von der klassischen Jagdausübung. Die Suche nach Wildschweinkadavern, die an Afrikanischer Schweinepest (ASP) verendet sind, ist der Tierseuchenbekämpfung zuzuordnen. Der entsprechende Einsatzfall wird behördlich festgestellt.

Die Aufgaben eines ASP-Kadaversuchhundes sind nicht vergleichbar mit den klassischen Aufgaben eines Jagdgebrauchshundes. Der Jagdgebrauchshund muss durch seine genetische Disposition und seine Ausbildung dazu geeignet und in der Lage sein, Wild zu jagen, die Begegnung von Wild und Jäger herbeizuführen aber auch krankes und/oder erlegtes Wild zu suchen und den Jäger in Besitz des Wildes zu bringen. Fährtenwille, lautes Jagen und Wildschärfe sind hierbei Grundvoraussetzung, damit eingesetzte Jagdgebrauchshunde eine tierschutzgerechte Jagdausübung sicherstellen. Diese Voraussetzungen müssen von ASP-Kadaverspürhunden weder genetisch noch im Rahmen ihrer Ausbildung erbracht werden. Sie haben wichtige, aber ganz anders umschriebene Aufgabengebiete, die nicht minder anspruchsvoll und wichtig sind.

Es spielt daher für die ASP-Kadaversuche primär keine Rolle, welche Hunderasse eingesetzt wird und ob der eingesetzte Hund Papiere hat oder nicht. Für die ASP-Kadaversuche sind alle Rassen zugelassen und es ist auch nicht notwendig, dass ein Hund Papiere hat. Die Hunde werden durch Experten gesichtet, müssen gesund und über positive Bestätigung ausbildbar sein. Im Rahmen der Ausbildung und Zertifizierungen wird entschieden, ob diese Hunde freilaufend oder an der Leine suchen. Die Lenkung der Teams im „Ernstfall“ erfolgt durch eine erfahrene Einsatzführung.


Gibt es ein Mindest- oder Höchstalter von Hunden?

Nein. Die Eignung von Hund und Mensch wird über eine Sichtungsveranstaltung vor Beginn der Ausbildung festgestellt.


Kann ein Hund an Einsätzen teilnehmen, der durch Wild ablenkbar ist?

Grundsätzlich sollte ein Hund bei der Kadaver-Suche durch lebendes Wild nicht ablenkbar sein. Ein Abruf sollte gewährleistet sein. Sollte dies im Rahmen der Ausbildung oder Trainings nicht zu gewährleisten sein, kann der Hund als Kadaver-Suchhund im Einsatz an der Schleppleine eingesetzt werden.


Wird frei oder an der Schleppleine gesucht?

Angestrebt wird eine freie Suche, es besteht aber auch die Möglichkeit der Schleppleinensuche. Über die Sichtungs- und Ausbildungsveranstaltungen wird festgestellt, für welche Suchtaktik sich ein Team eignet.


Welche Anzeigeart beim Fund ist möglich oder gewünscht?

Der Hund kann unterschiedliche Anzeigearten verwenden. Gewünscht ist, das vom Kadaver Abstand gehalten wird.


HUMAN-AUSBILDUNG

Findet die Human-Ausbildung nur in Präsenzterminen statt?

Nein, es ist ein Mix aus digitalen Schulungen über webinare, Videokonferenzen und digitale Lernplattformen sowie Präsenzterminen.



EINSÄTZE

Wie setzt sich ein Kadaver-Suchteam zusammen?

Ein Suchteam soll aus einem Hundeführer mit Hund, einem Suchtrupphelfer (GPS-Koordination, Funk, Dokumentation) und einem ortskundigen jagdlichen Begleiter bestehen.


Auf welche Weise arbeiten die Teams zusammen?

Die Teams arbeiten innerhalb der Führungsstruktur einer Blaulichtorganisation, die einer Einsatzleitung untersteht.


Werden die Kadaver-Suchteams in ganz Baden-Württemberg eingesetzt?

Ja.


Müssen die Hunde Schutzwesten tragen?

Schutzwesten werden gestellt.


Wie wird der Arbeitsschutz gewährleistet?

Die Ausbildung, das einsatzbezogene Training wie auch die eigentlichen Einsätze werden auf Basis von Gefährdungsanalysen mit darauf aufbauenden Maßnahmen umgesetzt.


Wie erfolgt die Dekontamination?

Mensch und Hund müssen sich beim Verlassen der Restriktionszone duschen und die Kleidung wechseln. Hierfür werden Duschmöglichkeiten vor Ort zur Verfügung gestellt. Verwendung findet eine Seifenlösung, die für Mensch und Hund ungefährlich ist.


Kann ein Kadaver-Suchteam von der Hundesteuer befreit werden?

Hundesteuern sind kommunale Steuern. Das TCRH wird jedem Einsatzteam jährlich eine Bescheinigung zur Verfügung stellen. Der Hundehalter kann dann eine Befreiung von der Hundesteuer beantragen, die jeweilige Kommune wird dann darüber entscheiden.


Werden Kostenerstattungen und Aufwandsentschädigungen an die Einsatzkräfte bezahlt?

Für die Einsatzkräfte werden Unterkünfte und Verpflegung bereitgestellt. Für eigene Fahrzeuge wird eine Kilometerpauschale bezahlt. Es wird eine Aufwandspauschale für geleistete Stunden bezahlt. Es wird Einsatzausrüstung gestellt. Eine Erstattung von Arbeitslohn oder Unternehmerlohn ist nicht vorgesehen.



INFOS FÜR TIERSEUCHEN-BEKÄMPFUNG

Kann ein Landkreis Kadaver-Suchteams beim TCRH anfordern?

Ja. Der Bereich „Suche“ kann auf Anforderung eines Landkreises durch das TCRH abgebildet werden. Hierfür werden Suchteams für biologische und technische Ortung, Fachberater, Einsatzführer und weitere Hilfskräfte zur Verfügung gestellt.


Welche Leistungen des TCRH umfasst der Bereich „Suche?

Der Fachberater stimmt die Suchmaßnahmen mit der leitenden tierseuchenbekämpfenden Behörde vor Ort frühzeitig ab und steht dem Einsatzstab fachlich in der folgenden Zeit zur Verfügung. Weiterhin führt er unter der Maßgabe der leitenden tierseuchenbekämpfenden Behörde in Absprache mit lokalen / regionalen Forstverantwortlichen, Jagdausübungsberechtigten eine Sicherheitsbewertung durch und empfiehlt der leitenden tierseuchenbekämpfenden Behörde entsprechende Maßnahmen. Er stimmt dann die dann festgelegten Maßnahmen mit den Einsatzabschnittsleitern „Suche“ ab.

Alle Maßnahmen werden protokolliert, georeferenziert und in Form von Zwischen-, Tages- und Sammelberichten der tierseuchenbekämpfenden Behörde zur Verfügung gestellt.

Alle Suchmaßnahmen werden nach Grundsätzen von Blaulichtorganisationen durchgeführt.

Alle Einsatzkräfte sind geschult, geprüft und in Erster Hilfe sowie der für Kadaversuchen relevanten Taktik ausgebildet. Zusätzlich wird eine technische Ortung durchgeführt, die mit auf (Wildtier)Ortung spezialisierten Fernpiloten mit Unterstützung durch Bildauswertungssystem zurückgreift.