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Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Baden-Württemberg

Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Baden-Württemberg

Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Baden-Württemberg

Hausschweinbestand im Kreis Emmendingen betroffen – bisher noch keine infizierten Wildschweine gefunden

Am 25. Mai 2022 wurde bei verendeten Schweinen eines Mastschweinbetriebs das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen.

Zum aktuellen Zeitpunkt sind noch keine verendeten Wildschweine in der Umgebung des Betriebs gefunden worden. Die Ursachenforschung über die Herkunft des Erregers läuft auf Hochtouren.


Für Menschen ungefährlich

Das ASP-Virus ist für Menschen und andere Tiere ungefährlich, führt bei infizierten Schweinen jedoch zum Tod. Auch der Verzehr von infiziertem Schweinefleisch ist für Menschen ungefährlich.


Maßnahmen der Behörden

Von den Behörden wurden umgehend Schutzzonen definiert, in denen verschiedene Sicherheitsmaßnahmen zum Tragen kommen.

Essentieller Bestandteil der Seuchenbekämpfung ist auch die Suche mit speziell ausgebildeten Hunden nach möglich verendeten Wildschweinen. Auch wenn aktuell davon ausgegangen wird, dass sich die Seuche nur in einem Bestand von Hausschweinen ausgebreitet hat, hat das Landwirtschaftsministerium umgehend ein umfassendes Wildschweinmonitoring angeordnet.  Denn in Kadavern und deren Umgebung wäre sehr viel infektiöses Virusmaterial vorhanden, an dem sich andere Wildschweine anstecken und die Seuche verbreiten könnten. Daher muss möglichst schnell festgestellt werden, ob Kadaver von Wildschweinen vorhanden sind. Sollten diese gefunden werden, müsste sie sofort untersucht werden, um festzustellen, an was sie verendet sind.


TCRH stellt Kadaver-Suchteams

Das TCRH Training Center Retten wurde vom Land Baden-Württemberg mit der Ausbildung der Kadaver-Suchteams sowie deren Bereitstellung für Sucheinsätze beauftragt. Bislang sind gut 40 Suchteams aus den Kreisen der Rettungshundeführer und der Jägerschaft ausgebildet worden und stehen ab sofort für die Kadaversuche bereit. Weitere Teams folgen in den nächsten Wochen und Monaten. Das Projekt wird fachlich vom Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) und vom BRH Bundesverband Rettungshunde e.V. getragen.

Die Einsatzführung und -struktur bei Sucheinsätzen wird über Einsatzkräfte des BRH Bundesverband Rettungshunde abgebildet. Rettungshunde-Staffeln des BRH aus Breisgau-Ortenau, Heilbronn, Pforzheim/Enzkreis, Heidenheim, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sind im aktuellen Einsatz eingebunden um die Kadaver-Suche zu unterstützen.

Ein Verantwortlicher des BRH wurde zwischenzeitlich als Fachberater in den Krisenstab des Landkreises Emmendingen entsandt und koordiniert vor Ort die Fallwildsuche durch die TCRH-Kadaversuchteams.


Biologische und technische Ortung zur Fallwildsuche

In der nächsten Zeit geht man von rund 180 Sucheneinsätzen der Kadaver-Suchteams aus. Diese sollen die Umgebung (vor allem die Waldgebiete) um den betroffenen Mastbetrieb absuchen, um zu klären ob auch Wildschweine betroffen sind. Weiterhin werden Drohnen mit Infrarotkameras zur Absuche der Freiflächen eingesetzt. Durch diese Maßnahmen kann das Infektionsgeschehen eingegrenzt werden.

Dabei bekommt jedes Team, bestehend aus mindestens einem Hundeführer mit Hund und einem Suchtrupphelfer, ein eigenes Suchgebiet zugewiesen, das systematisch abgesucht wird. Je nach Gelände und Witterung sind die Teams mehrere Stunden pro Tag im Einsatz. Findet man tote Wildschweine, werden die Koordinaten an Bergeteams übermittelt, die dann die Kadaver fachmännisch entfernen.

Alle Beteiligten hoffen aber darauf, dass sich die Seuche ausschließlich auf den einen betroffenen Hausschweinbestand begrenzt und die Emmendinger Wildschweine noch gesund sind und das auch bleiben!


Weitere Informationen


Veröffentlichungen

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